Gruppentherapie | Gruppenpsychotherapie
Die Gruppenpsychotherapie ist eine äußerst wirkungsvolle Methode, die in vielen Fällen schneller und nachhaltiger zum Erfolg führt als die Einzelpsychotherapie. In der Praxis gibt es die Möglichkeit, sich selbst im Zusammenspiel mit anderen Teilnehmern in Ihrem gewohnten sozialen Umfeld zu erleben und zu erkunden, wie Ihre Rollen und Verhaltensmuster Ihr Leben beeinflussen. Die Gruppenpsychotherapie findet ein- bis zweimal in der Woche statt.
Inhalte - Übersicht
Ziele der Gruppentherapie
Die Gruppen bieten einen Raum, um Gewohnheiten zu erforschen und zu verstehen, wie sie sich auf die Lebensqualität auswirken. Es kann daran gearbeit werden, welche Aspekte beibehalten, gestalten oder verändern sollen. Der Psychotherapeut und die Mitglieder unterstützen dabei, neue Wege im Umgang mit sich selbst und anderen zu erkunden und auszuprobieren. Blockaden und Ängste, die im Weg stehen, werden analysiert und mit dem Ziel aufgelöst oder zumindest abgemildert.
Behandlungsmethode
Auch die Gruppenpsychotherapie findet wie die Einzeltherapie auf tiefenpsychologisch fundierter Grundlage statt. In dieser wissenschaftlich fundierten aufdeckende Therapieform werden persönlichen Bedürfnisse und Zugängen besonders beachtet. Aus diesem Grund werden neben den klassischen gesprächstherapeutischen Angeboten auch Elemente der Kunst-, Musik-, Körper- und Verhaltenstherapien eingesetzt. Tiefenpsychologische bzw. psychoanalytische Modelle bilden hier die grundlegenden Erklärungssysteme und werden bei Bedarf durch andere Ansätze ergänzt.
In der Gruppenpsychotherapie wird jedoch besonderen Wert auf die Verbindung zur eigenen Lebensgeschichte gelegt. Die Reflexion von blinden Flecken wird durch die Spiegelung und das Feedback der anderen Gruppenmitglieder sowie unserer erfahrenen Leiter ermöglicht.
Richtlinienverfahren
4 Richtlinienverfahren sind wissenschaftlich bewiesen und wirksam. Gemeinsam mit dem Therapeuten entscheidet der Patient vorab, welches Verfahren am besten passt:
Analytische Psychotherapie: Hier liegt der Fokus auf dem Erkennen und Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen, Erinnerungen und Beziehungsmustern, um diese durch bewusstes Verständnis aufzulösen.
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: Ähnlich wie in der analytischen Psychotherapie werden unbewusste Erfahrungen erforscht, wobei hier konkrete Therapieziele formuliert werden.
Verhaltenstherapie: Hier wird gemeinsam erarbeitet, wie Lebenserfahrungen zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Beschwerden beigetragen haben, und Sie werden zur aktiven Veränderung Ihres Handelns, Denkens und Fühlens motiviert.
Systemische Therapie: Dieser Ansatz betont die Bedeutung des sozialen Kontexts und analysiert Interaktionen in Ihrem „System“, sei es die Familie, die Schule oder der Freundeskreis.
Kostenübernahme
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten bei Psychotherapeuten mit einer Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung, ohne Zuzahlungen und Überweisungen. Mit der Gesundheitskarte ist es möglich direkt einen Termin bei einem Psychotherapeuten zu vereinbaren, um zu klären, ob eine Psychotherapie Ihnen in der jeweiligen Lebenssituation helfen kann.
Sollte kein Behandlungsplatz bei einem zugelassenen Therapeuten in zumutbarer Zeit verfügbar sein, können Sie bei Ihrer Krankenkasse eine Kostenübernahme für einen Therapeuten ohne Kassenzulassung beantragen. Ein ärztlicher oder psychologischer Psychotherapeut ohne Zulassung verfügt über die gleiche Ausbildung wie ein Therapeut mit Zulassung.
Bei einer privaten Versicherung sollten sich vorab informiert werden, ob psychotherapeutische Leistungen abgedeckt sind. Viele private Versicherer orientieren sich an den Psychotherapierichtlinien der gesetzlichen Krankenkassen, haben jedoch unterschiedliche Regelungen.
Vorgehen und Ablauf
Gruppensitzungen ermöglichen es, sich in einem vertrauten Rahmen weiterzuentwickeln:
- Starten mit Einzelgesprächen, um den Therapeuten besser kennenzulernen.
- Wertvolles Feedback von Gruppenmitgliedern und dem Therapeuten erhalten.
- Der Austausch mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen erweitert Perspektiven.
- Die Gruppe bietet emotionalen und psychischen Halt.
In der Gruppentherapie dauert 100 Minuten mit 3 bis 9 Patienten und einem erfahrenen Psychotherapeuten zusammen. In der geschlossenen Gruppe bleibt die Zusammensetzung der Klienten von der ersten bis zur letzten Sitzung gleich, während in der halboffenen Gruppe freie Plätze mit neuen Klienten besetzt werden.
Damit ist in der Gruppe eine effektive und unterstützende Form der Psychotherapie erfahrbar auf dem Weg zu mehr Selbstverständnis, Veränderung und persönlichem Wachstum.
