Psychotherapie für junge Erwachsene

„Junge Erwachsene“ meint Menschen im Alter zwischen 18 und 21 Jahren und darüberhinaus. In dieser Lebensphase treten einige wichtige Veränderungen im Leben ein, die kurz bevorstehen oder schon bewältigt werden sollen: Schulabschluss, Ausbildung, Studium, Nebenjob, Beziehungen und Freunde, Auszug bei den Eltern usw.

An diesen Stellen können leicht Konflikte entstehen oder alte, ungelöste Themen eskalieren. Dazu kommen die eigene Orientierung im Leben und die Zukunftsplanung.

Psychische Probleme sind nicht immer leicht einzuordnen, was regelmäßig zu Zweifeln an der Therapiebedürftigkeit führt. Ein Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten schafft in der Regel schnell Klarheit darüber.

In den Erstgesprächen bzw. der psychotherapeutischen Sprechstunde kann geklärt werden, ob eine Psychotherapie zur Problemlösung beitragen kann oder andere Hilfen und Unterstützungen sinnvoll sind.

Behandlungsmethoden der Psychotherapie

Die Psychotherapie findet meistens als Gespräch statt. Sie erfolgt auf tiefenpsychologischer Grundlage. Allerdings können im Verlauf der Behandlung auch Elemente der Musik-, Kunst-, Spiel- oder Verhaltenstherapie einfließen, wenn beispielsweise mit kreativen Materialien gearbeitet wird. Die Grenzen sind fließend und orientieren sich an den individuellen und persönlichen Bedürfnissen.

Gruppentherapie

Auch eine Gruppentherapie ist eine wirksame Methode zur psychotherapeutischen Behandlung. Da ich über eine Weiterbildung zum Gruppentherapeuten verfüge, habe ich das Therapieangebot erweitert. Derzeit biete ich mehrere halboffenen Gruppen für Jugendliche und junge Erwachsene in Frankfurt am Main an. Dabei sieht das Behandlungskonzept vor, dass Patienten aus einer Altersgruppe gemeinsam therapeutisch an belastenden Themen und Lebensfragen arbeiten.  

Praxis Wartezimmer von Psychologe vor Psychotherapie

Psychischen Erkrankungen und psychologische Probleme

Die Tiefenpsychologie geht davon aus, dass seelisch bedingte Erkrankungen von ungelösten bewussten oder unbewussten inneren Konflikten ausgelöst werden. Deshalb zählt diese Methode zu den aufdeckenden Psychotherapieformen. Die Symptome sind oft Ausdruck seelischer Not und zugleich missglückte Selbstheilungsversuche. In seelischen und psychosomatischen Störungen sind für Jugendpsychologen auch Hemmungen in einer Entwicklungsphase erkennbar, die sich krankmachend auswirken. 

Ziel ist es, dass die Symptome im Verlauf einer Psychotherapie überflüssig werden, wenn die ihre zugrunde liegenden Konflikte aufgelöst und überwunden werden. Es geht also nicht nur um die Bewältigung aktueller Belastungen oder das psychische Wohlbefinden, sondern um die eigene Identität und eine langfristige progressive Entwicklung und Stabilität. 

Das Behandlungsangebot umfasst alle psychischen Störungsbilder, Erkrankungen und psychologischen Probleme.

Häufige und typische Diagnosen

  • Ängste und Angststörungen Prüfungsangst, Versagensängste, Zukunftsängste, Trennungsangst oder Verlustängste, Soziale Ängste …
  • Generalisierte Angststörungen
  • Depressionen und Traurigkeit
  • Emotionale Störungen: Stimmungsschwankungen oder geringer Selbstwert.
  • Schulische Schwierigkeiten oder in Studium und Ausbildung
  • Stress und Leistungsdruck
  • Brunout
  • Störung des Sozialverhaltens
  • Prokrastination und Motivationsverlust
  • Konzentrationsschwierigkeiten sowie Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) oder Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  • Essstörung
  • Psychosomatik: Asthma oder Neurodermitis
  • Somatisierungen: Schmerzen ohne medizinischen Befund wie z.B.: Kopf- oder Bauchschmerzen bei Stress
  • Persönlichkeitsstörungen

Kosten und Kostenübernahme

Die Kosten für eine Psychotherapie tragen alle gesetzlichen Krankenkassen. Mit privaten Krankenversicherungen sind ebenfalls Abrechnungen möglich. Hier richtet sich der Umfang und die Höhe der Kostenerstattung nach der individuellen Vertragsgestaltung. Es ist wichtig, dies vorab mit der Versicherung zu klären. Das Selbe gilt für Beihilfeberechtigte. 

Kosten für Psychotherapie (Krankenkasse)

Welches Alter - Junge Erwachsene?

In meiner Praxis behandle ich junge Erwachsene, wenn die Anmeldung vor dem 21. Geburtstag stattfindet, ist selbst eine langjährige Psychotherapie regulär möglich. Der Patient kann dann im Verlauf auch älter als 21 Jahre werden.

Eine Anmeldung für Patienten im Erwachsenenalter (also nach dem 21. Geburtstag) ist nur für Selbstzahler und auch für Privatversicherte als Psychotherapie nach Heilpraktiker-Leistung möglich.

Dauer einer Therapie

Die Sitzungen für junge Erwachsene dauern in der Einzeltherapie 50 Minuten und in der Gruppentherapie 100 Minuten. Sie sollten regelmäßig zu festen Zeiten und an festen Tagen (ein- bis zweimal pro Woche) stattfinden. Kontinuität und Struktur im Behandlungsverlauf steigern erfahrungsgemäß die Wirksamkeit bzw. ermöglichen erst eine tiefgehende therapeutische Arbeit.

Eine Behandlung kann zwischen einigen Monaten und mehreren Jahren dauern. Bei einer Langzeittherapie sehen die gesetzlichen Krankenkassen derzeit ein Kontingent von bis zu 180 Sitzungen vor. Die tatsächliche Dauer ist von vielen Faktoren abhängig.

FAQ zur Psychotherapie für junge Erwachsene

Nein, für ein Erstgespräch oder den Beginn einer Jugendpsychotherapie benötigen Jugendliche keine ärztliche Überweisung. Sie können sich direkt in der Praxis anmelden – entweder alleine (ab 15 Jahren auch anonym) oder gemeinsam mit ihren Eltern.

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Aber dann können die Sitzungen nicht über eine gesetzliche oder private Krankenversicherung abgerechnet werden, denn das setzt eine behandlungsbedürftige Diagnose voraus.

Die Psychotherapie ist eine Heilbehandlung, die nur dann von einer gesetzlichen Krankenkasse oder einer privaten Krankenversicherung anerkannt und bezahlt wird, wenn eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt – zum Beispiel eine psychische Störung. Die Diagnose dieser Erkrankung wird der Krankenkasse zwar nicht mitgeteilt, muss aber dennoch gestellt werden.

Sitzungen bei einem Psychotherapeuten können nur dann ohne Diagnose erfolgen, wenn sie selbst bezahlt werden.

Nein, als (Psychologischer Psychotherapeut bzw.) Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut darf ich keine Krankschreibungen (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen) ausstellen – das dürfen nur Ärztinnen und Ärzte.

Ab 15 Jahren sind die Termine beim Psychotherapeuten für Jugendliche anonym. Damit erfährt niemand von den Terminen, den Inhalten oder der Therapie, auch nicht die Eltern! Psychotherapeuten stehen allen(!) gegenüber unter Schweigepflicht.

Grundsätzlich ist die Online-Psychotherapie als gleichwertig zur Therapie vor Ort anzusehen. Aus diesem Grund haben auch die gesetzlichen Krankenkassen seit dem 1. Januar 2025 die Online-Psychotherapie in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Online-Psychotherapie ist eine gute Möglichkeit, von überall auf der Welt ohne Unterbrechung eine Behandlung zu beginnen und fortzuführen – egal, ob man weit entfernt wohnt, in eine andere Stadt umzieht, dort studiert oder im Urlaub ist.

Psychotherapie Frankfurt