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Psychopharmaka: Medikamente und Psychotherapie

Das Thema Medikamente in der Psychotherapie und Psychiatrie sorgt oft für Verunsicherung bei Patienten und deren Angehörige. Undifferenzierte Medienberichte, Mangelnde Aufklärung, Unwissenheit, Vorurteile und die Forderungen nach schnellen, günstigen Lösungen führen weitläufig zu falschen Erwartungen und Ängsten. 

 

Psychotherapeuten verordnen keine Medikamente

Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind nicht berechtigt Medikamente zu verschreiben. Das trifft auch für Psychopharmaka zu.

In der Regel werden in der ambulanten Psychotherapie bei niedergelassenen Psychotherapeuten keine Medikamente eingesetzt. Eine Ausnahme bilden ärztliche Psychotherapeuten oder Fachärzte für Psychotherapie und Psychiatrie (Psychiater), die psychotherapeutische Behandlungen durchführen und gleichzeitig Pharmakotherapien anbieten.

 

Wann sind Medikamente sinnvoll?

Die massenhafte Verordnung von Medikamenten, insbesondere von Psychopharmaka wird seit langer Zeit zu Recht kritisiert. Mehrfach ist bekannt geworden wie Pharmaunternehmen ihre Interessen gegen das Wohl von Patienten durchgesetzt haben und dies immer noch tun.

Allerdings sollten berechtigte Skepsis und Vorbehalte nicht über das Wohl und die Gesundheit des einzelnen Patienten gestellt werden. In manchen Fällen ist eine unterstützende Mitbehandlung durchaus im Sinne des Patienten. Bei starken psychischen Erkrankungen, wie zum Beispiel schwere Depressionen, Schizophrenie o.ä., ist es dennoch empfehlenswert, sowohl eine Psychotherapie zu machen als auch Medikamente einzunehmen. Ähnlich gelagert sind sich wiederholende Panikattacken oder akute Krisensituationen. Hier ist ein Psychopharmakaeinsatz jedoch als eine Krisenintervention zu verstehen und sollte daher eher im klinischen Rahmen stattfinden. Entsprechende Medikamente sorgen auch bei schweren Chronifizierungen dafür, dass überhaupt eine effektive Behandlung stattfinden kann.

 

Nachteile von Medikamenten

Wann sind Medikament nicht sinnvoll? - Bei vielen weniger schweren psychischen Erkrankungen, psychologischen Problemen und emotionalen Krisen reicht oft eine psychotherapeutische Behandlung allein aus. Selbst Krisengesprächen und eine Kurzzeittheapie von 12 bis 24 Sitzungen ist oft die empfehlenswertere Methode.

Es sollte generell darauf geachtet werden, dass die Einnahme von Psychopharmaka nicht zur Alltäglichkeit wird. Neben immer noch unerforschten Langzeitnebenwirkungen, bergen sie das Risiko körperliche Sucht und emotionalen Abhängigkeit auslösen (Vgl. Suchentwicklung bei Benzodiazepinen oder Nervenschädigungen bei Neuroleptika).

Über die genaue Wirkungsweise weiß man darüber hinaus sehr wenig. Das liegt daran, dass die Strukturen und Zusammenhänge im Gehirn und in der Psyche immer noch ein Rätsel darstellen. Dies trifft auch heute noch zu, trotz der hochauflösenden MRT- bzw. fMRT-Bilder, die dem Laien und selbst manchem Fachpersonal den Eindruck vermitteln, man könne dem Gehirn beim Arbeiten zu sehen – Dem ist nicht so! Der Mensch kann zwar in einige Mechanismen eingreifen, die Auswirkungen bleiben jedoch weites gehend unbekannt. Dieser Tatsache sollte man sich stets bewusst sein.

 

Psychologische Auswirkungen in der Psychotherapie

Neben den medizinischen und körperlichen Effekten bringen Psychopharmaka auch auf der psychologischen Ebene Auswirkungen mit sich. Diese wurden von Psychoanalytikern und Tiefenpsychologen bereits beleuchtet:

Der psychodynamische Wirkungsmechanismus von Psychopharmaka liegt in der Reduktion von Emotionen und Gefühlen. Das bringt eine Bewusstseinsveränderung mit sich, die sich auch auf das Verhalten auswirkt. Allerdings verlieren Emotionen und Gefühlen ihre
ursprüngliche wichtige Signalwirkung. Damit verliert sich leider oft der Zugang zu den dahinterstehenden Ursachen.

Der Patient wird in der Psychotherapie dabei behindert, den Umgang mit seinen Emotionen und Gefühlen zu erlernen. Außerdem werden wird die Selbstwirksamkeit und die Selbstheilungskräfte reduziert.

Dabei helfen Medikamente nur so lange, wie sie eingenommen werden. Eine Psychotherapie wirkt in der Regel auch noch lange danach. Menschen, die psychotherapeutisch behandelt wurden, sind häufiger und länger psychisch stabil, das ist bereits erwiesen. - Pillen lösen keine Probleme!

 

 

 

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