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Was ist ein Kinderpsychologe?

Die Bezeichnung Kinderpsychologe bzw. Jugendpsychologe wird leider häufig falsch und irreführend für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut gebraucht. Dabei ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung, die laut Psychotherapeutengesetz sogar eine staatliche Zulassung zur Ausübung der Heilkunde (Approbation) erfordert. Problematisch ist. nicht nur deshalb die falsche Verwendung und die Verwechslung mit dem Begriff „Kinderpsychologe“.

In diesem Artikel finden Sie auch alle wichtigen Infos zum Thema:

  1. Korrekte Berufsbezeichnungen und deren Aufgaben
  2. Krankenversicherungen: Kosten und Regelungen; Patientenrechte
  3. Richtige Suchbegriffe und Tipps für die erfolgreiche Suche nach einem guten Behandler
  4. Methoden, Ausbildungs- und Qualitätsstandards sowie wissenschaftliche Hintergründe

Inhaltsverzeichnis:

Kinderpsychologe

Kinderpsychologe versus Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Psychologe für Kinder und Jugendliche

Suche Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Kinderpsychologie: Studium, Wissenschaft und Themen

Verweise


 

Suche KinderpsychologeKinder-und-Jugendlichenpsychotherapeut-Suche

„Kennt jemand einen guten Kinderpsychologen?“ Dies ist eine häufig gestellte Frage. Doch den Beruf Kinderpsychologen gibt es eigentlich nur in der Alltagssprache. Auch den Psychologen für Kinder und Jugendliche gibt es streng genommen nicht. Viele Eltern suchen zwar nach einem Kinderpsychologen, wenn es ihren Kindern nicht gut geht. Vielleicht leidet an seelischen Problemen wie Ängsten und Kummer oder Schwierigkeiten in der Schule. Eigentlich meinen die Eltern, Lehrer, Schulpsychologen und Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen aber einen Psychotherapeuten für Kinder- und Jugendliche. Selbst Fachleuten wie Hausärzten, Kinderärzten und Sozialpädagogen fällt die Unterscheidung nicht selten schwer. „Kein Problem. – Wir wissen doch alle was gemeint ist!“ – „Leider doch!“

 

Kinderpsychologe ist keine geschützte Berufsbezeichnung

Die größte Gefahr liegt wohl darin, dass der Begriff „Kinderpsychologe“ psychologische bzw. (psycho-) therapeutische Kenntnisse und Qualifikationen suggeriert, die nicht vorhanden sind. Dies geschieht in einem der schwierigsten und sensibelsten psychotherapeutischen Arbeitsfelder, nämlich der Kinder- und Jugendpsychotherapie!

Hier können sich hinter der dem Begriff, z.B. Heilpraktiker für Psychotherapie verstecken und geschickt vorgeben ähnlich oder annähernd so gut ausgebildet zu sein wie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Dabei ist die Verwendung Begriffes ist nicht verboten. Jede und jeder kann sich Kinderpsychologe nennen und so bezeichnen, sich als solcher ausgeben und dies zu Werbezwecken (aus)nutzen.

 

Kinderpsychologe ist ein irreführender Suchbegriff

Insbesondere im Internet nutzen verschiede „Informationsplattformen“ den Begriff „Kinderpsychologe“ um zu Werbezwecken Nutzer auf ihre Homepages zu locken. Leider werden dort beinah ausnahmslos den Ratsuchenden, falsche und fehlerhafte Informationen vermittelt. Damit wird den Ratsuchenden u.U. erheblich geschattet. Ihnen wird ein falsches Bild vermittelt.

Zudem verlieren sie u.U. viel Zeit, da sie der „falsche Suchbegriff“ in die Irre führt und dass in einer dringenden psychosozialen Notlage von Kindern oder in familiären Kriese. Alternativ sollte besser nach dem Begriff „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut“ gesucht werden um entsprechende seriöse Hilfen und psychotherapeutische Behandlungsangebote zu finden.

 

 

Kinderpsychologe versus Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
Kinderpsychologe Kinder und ugendlichenpsychotherapeut Psychologischer Psychotherapeut Diplom Psychologe Psychotherapie fuer Kinder als Spieltherapie

Sicherlich handelt es sich bei dem Begriff Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut nicht um eine einfache und patientenfreundliche Wortwahl. Selbst dem Fach nahestehende Professionen haben regelmäßig Schwierigkeiten sich den Begriff zu merken oder richtig zuzuordnend. Das ist ein Nachteil, der sich aus einem hoch differenzierten Gesundheitssystem ergibt. Für die Patienten bedeutet die große Auswahl an Psychotherapeuten, Behandlern und Spezialisten neben all den offensichtlichen Vorteilen auch Nachteile. Die schwierige Suche nach dem richtigen Behandler und die verwirrenden Berufsbezeichnungen gehören leider dazu.

 

Zulässige Berufsbezeichnungen gemäß Psychotherapeutengesetz (PsychThG)

Das Psychotherapeutengesetz schreibt für psychotherapeutisch tätige die Berufsbezeichnungen Psychotherapeut bzw. Psychotherapeutin als allgemeine Bezeichnung verbindlich vor. Darüber hinaus sind folgende spezifische Bezeichnungen gültig:

  • Ärztlicher Psychotherapeut
  • Psychologischen Psychotherapeuten
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

 

Welche Berufe sind auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen spezialisiert?

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Psychologische Psychotherapeuten mit Zusatzqualifikation zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Die hier genannten Berufe sind alle akademischen Heilberufe mit Approbation. Die Behandler verfügen zudem über eine mehrjährige Weiterbildung nach dem Studium. Die Behandlung von verhaltensauffälligen oder psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen findet durch sie in ambulanten Praxen, Institutsambulanzen, Sozialpsychiatrischen Zentren sowie in Kliniken statt. Beratungsstellen können eine gute erste Anlaufstelle sein, jedoch erfolgten dort keine Psychotherapien.

 

Der Unterschied zwischen Psychologe und Psychotherapeut

Ähnlich der Verwechslung der beiden Begriffe Kinderpsychologe und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut verhält es sich zwischen den Berufsbezeichnungen Psychotherapeut und Psychologe. Laien fällt die Unterscheidung ebenso wenig leicht.

Dabei handelt es sich bei Psychologen um Personen, die das Studium der Psychologie an einer Universität oder Hochschule erfolgreich absolviert haben. Sie sind Inhaber eines akademischen Abschlusses wie beispielsweise Diplom Psychologe oder Bachelor/ Master of Science (B.S. / M.Sc. Psychologie), Master of Arts (M.A. Psychologie).

Psychologen üben keinen Heilberuf aus und dies ist ihnen bewusst. Sie weisen Patienten mit Anfragen nach ein Psychotherapie adäquat zurück und leiten sie an geeignete Stellen weiter.

 

Kinderpsychotherapie und Jugendpsychotherapie ist nur mit Approbation möglich

Um eine Richtlinien-Psychotherapie durchzuführen ist der Besitz einer Approbation Pflicht. Gemeint ist damit die Anwendung der Analytische Psychotherapie, der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und der Verhaltenstherapie. Heilpraktikern und Heilpraktikern für Psychotherapie ist dies weder gestattet noch sind sie dazu in der Lage.

 

Gesetze und Regeln zum Schutz der Patienten

Schon vor der Einführung der neueren Regelungen in Bezug auf die Stärkung der Patientenrechte wurden Patienten per Gesetz in Behandlungsverhältnissen geschützt.

Diese Rechte gelten nicht nur gegenüber Ärzten sondern in jedem Behandlungsverhältnis, also auch gegenüber Heilpraktikern oder Psychotherapeuten. Zu den Rechten gehören unter anderem:

  • Recht auf Information und Aufklärung
  • Recht auf Selbstbestimmung
  • Einsichtsrecht in die Behandlungsunterlagen
  • Medizinische Maßnahme dürfen nur Einwilligung erfolgen [1]

In dem Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten wird die Vertragsbeziehung zwischen Patienten und Behandler, als Dienstleistungsvertrag nach BGB beschrieben und kodifiziert. Siehe im BGB ab dem Paragrafen 630a. [2] Darüber hinaus gibt es den Ausschuss für Beschwerde und Schlichtung der Hessischen Psychotherapeutenkammer. Die Kammer ist verpflichtet, jeder Beschwerde nachzugehen! [3]

 

Krankenkassen übernehmen die Kosten für Kinderpsychotherapie und Jugendpsychotherapie

Kinderpsychotherapie und Jugendpsychotherapie gehören zu der flächendeckenden Gesundheitsversorgung. Somit werden die Kosten grundsätzlich von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die gesetzlich versicherte Patienten zahlen somit in der Psychotherapie nicht drauf. Allerdings ist die Sicherheit zur Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen nur bei zugelassenen Psychotherapeuten gewährleistet. Bei nicht zugelassenen sogenannten Privatpraxen in Kostenerstattungsverfahren bleiben gesetzlich versicherte Patienten leider ggf. auf den Kosten sitzen.

 

Leistungen der Krankenversicherungen in den Richtlinien-Verfahren

Die von der gesetzlichen Krankenkassenversorgung zugelassenen drei Richtlinien-Verfahren analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie unterscheiden sich konzeptionell sowie im Hinblick auf die Länge und Dauer der Behandlung. Das spiegelt sich in den verschiedenen zu bewilligenden Stundenkontingenten wieder. Ob eine Einzeltherapie oder eine Gruppentherapie beantragt wird, spielt ebenfalls eine Rolle.

Grundsätzlich geht inzwischen jeder Psychotherapie für gesetzlich versicherte Patienten eine psychotherapeutische Sprechstunde voraus. Danach folgen bis zu sechs probatorische Sitzungen. Diese Sitzungen dienen dem Ausprobieren und dem gegenseitigen Kennenlernen, der Diagnostik usw..

Erst dann folgen in der gesetzlichen Krankenkasse die Bewilligungsabschnitte der Kurzzeittherapie 1 und 2 von je zweimal 12 Stunden (zzgl. jeweils 3 Bezugspersonensitzungen) oder/ und der Langzeittherapie und deren Verlängerung.

 

Tabelle: Therapieverfahren und bewilligte Kontingente

Abkürzungen: Analytische Psychotherapie (AP), tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP), Verhaltenstherapie (VT); Langzeittherapie (LZT); EZ = Einzeltherapie, GT = Gruppentherapie

LZT AP TP VT

Kinder

EZ

GT

70/

60

70/

60

 

60/

60

Jugendliche

EZ

GT

90/

60

90/

60

 

60/

60

       
Verlängerung      

Kinder

EZ

GT

150/

90

150/

90

80/

80

Jugendliche

EZ

GT

180/

90

180/

90

80/

80

 

Psychologe für Kinder und Jugendliche

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind auf Kinder und Jugendliche und deren Eltern spezialisierte Psychotherapeuten. Man kann sich leicht vorstellen, dass Erwachsene in der Regel ganz andere Wünsche, Vorstellungen, Fragen und Schwierigkeiten haben. Auch familienbezogene Themen stellen sich anders da als in der Einzeltherapie mit Erwachsenen.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass die meisten spezialisierten Kinderpsychologen bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten eine breite Grundausbildung haben, die das Feld der Pädagogik, Soziologie, Systemtheorie und Entwicklungspsychologie umfasst, genauso wie die klinische Psychologie und die klassische Sozialpädagogik.

Damit lässt sich vielleicht auch besser nachvollziehen, warum an den Praxisschildern der meisten Kindertherapeuten häufig nicht ein „Dipl. Psychologe“ steht, sondern z.B. Pädagoge (Dipl. Päd), Sozialpädagoge (Dipl. Sozpäd.) oder Sonderpädagoge. Es macht eben einen entscheidenden Unterschied, womit sich ein Kinderpsychologe in seiner praktischen und theoretischen Lehrzeit beschäftigt hat.

 

Was macht ein „Kinderpsychologe“?

Ein Kinderpsychologe, also eigentlich ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, diagnostiziert und behandelt Kinder, Jugendliche und Heranwachsende bis zum vollendeten 21. Lebensjahr. Die Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten, seelischer Krankheiten oder seelisch bedingter körperlicher Erkrankungen erfolgt durch Psychotherapie sowie der begleitenden Arbeit mit den Bezugspersonen.

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können aber auch bei familiären Konflikten, bei Sorgerechts- und Umgangsregelungen, bei Fremdunterbringung und bei gerichtlichen Fragestellungen hinzugezogen werden.

 

Was passiert in einer psychotherapeutischen Behandlung?

Zunächst geht jeder Behandlung eine Anamnese und eine Diagnostik voraus, diese finden in der psychotherapeutischen Sprechstunde bzw. in der Probatorik statt. Neben den Symptomen und Vergabe einer Diagnose nach ICD-10 werden auch viele weitere Faktoren erhoben um den Patienten und sein Umfeld (die Familie) kennen zu lernen.

Die Psychotherapie wird immer dem Entwicklungsstand des Kindes bzw. Jugendlichen und den jeweiligen Lebensumständen angepasst. Es werden Fähigkeiten und Ressourcen von Kindern, Jugendlichen und Eltern genutzt.

Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen gibt es ein breites Spektrum unterschiedlicher Konzepte, welche für die vielfältigen psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter angewandt werden können.

Unabhängig von dem angewandten Verfahren, analytische, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Verhaltenstherapie, werden neben der Sprache auch andere Ausdrucksmöglichkeiten des Kindes berücksichtigt. Bei jüngeren Kindern wird insbesondere die Fähigkeit zum Spielen untersucht und genutzt. Es finden hier beispielsweise kreative Methoden wie Malen oder Rollenspiele Anwendung. Sei es zum Beziehungsaufbau, zur Verhaltensbeobachtung oder Darstellung unbewusster Themen.

Bei Jugendlichen steht dagegen eher Gespräche im Vordergrund wie man sie aus der Erwachsenentherapie kennt. Besprochen werden äußere Umstände, Verhaltensweisen, Gefühle oder innere Konflikte, die zur Entwicklung der Störung beigetragen haben, und werden miteinbezogen, um nach Lösungen zu suchen.

Bei Kindern werden in der Regel die Eltern, manchmal auch Ärzte, Erzieher, Lehrer oder Familienhelfer in sogenannten Bezugspersonensitzungen einbezogen. Statt einer Einzeltherapie, oder als Ergänzung zu einer Einzeltherapie, kann auch eine Gruppentherapie durchgeführt werden.

 

Methoden und Verfahren der Psychotherapie

Die Vielfalt der psychotherapeutischen Methoden und Ansätze der Psychotherapie ist inzwischen unüberschaubar. Sie reichen von Gesprächstherapie, Kunsttherapie, Körperpsychotherapie, Systemische Therapie bis hin zur klassischen Psychoanalyse. Für Hilfesuchende und Patienten ist es kaum einschätzbar was sinnvoll und richtig für sie oder ihre Kinder ist.

Feststeht jedoch, dass aktuell nur drei sogenannte Richtlinien-Verfahren von der Krankenkasse bezahlt werden. Diese sind die tiefenpsychologisch fundierte und die analytische Psychotherapie sowie die Verhaltenstherapie.

Die Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich ihres Menschenbildes und folglich auch in ihren Auffassungen darüber wie Erkrankungen entstehen. Hier bei beziehen sich die Analytische Psychotherapie und die Tiefenpsychologie auf unbewusste seelische Prozesse und Konflikte, die sich hinter den Krankheitssymptomen verbergen. Die Verhaltenstherapie setzt auf die unmittelbare Behandlung der psychischen Beschwerden und orientiert sich eher an Lerntheorien und Verhaltensänderungen.

Psychotherapie kann sowohl in Form einer Einzeltherapie wie auch als Gruppentherapie durchgeführt werden.

 

Qualitätsstandards der KJP: Studium plus Ausbildung

Ärzte, Psychologen und Pädagogen können nach ihrer Grundausbildung (Studium und Beruf) eine Weiterbildung zum Psychotherapeuten machen. Diese Weiterbildung ist vergleichbar mit einer Facharztausbildung und entspricht einem zweiten Studium.

Absolviert werden kann die Weiterbildung an staatlich anerkannten Ausbildungsinstituten und Universitäten. Grundsätzlich gibt es zwei Spezialisierungen: Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie oder Psychotherapie für Erwachsene. Dabei ist die Ausbildung zu Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten umfangreicher und dauert deshalb im Schnitt etwa 1,5 bis 2,5 Jahre länger.

Psychotherapeuten für Erwachsene können im Anschluss eine erweiterte Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten absolvieren. Dies ist jedoch umstritten und wird selbst von den Ausbildungsinstituten höchst kritisch bewertet. Denn auf diesem Ausbildungsweg entfallen die streng supervidierten Ausbildungsfälle an Kindern und Jugendlichen. Psychologische Psychotherapeuten mit Zusatzausbildung haben damit erhebliche Defizite in der praktischen Ausbildung.

 

 

Suche Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Wie finde ich einen Kinderpsychologen in der Nähe? - Hilfe beim Suchen und Finden

Suche Kinderpsychologe Jugendpsychologe oder Diplom Psychologe fuer KInder und Jugendliche Wichtige Information dringende schnelle Hilfe fuer Patineten bei Psychotherapeutensuche Grafik

Für eine erfolgreiche Suche ist es von bedeutendem Vorteil die Psychotherapeutensuche der Kassenärztlichen Vereinigung zu nutzen. Für das Bundesland Hessen ist beispielsweise die KV-Hessen in Frankfurt zuständig. Jedes Bundesland hat seine eigene Kassenärztlichen Vereinigung. Dort sind alle Kinderpsychologen gelistet allerdings unter der richtigen Bezeichnung (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut) und anhand von unterschiedlichen Suchkriterien sortierbar: Stadtteil, Geschlecht, Verfahren, …

Nach dem man seine Auswahl getroffen hat, empfiehlt es sich, während der angegebenen telefonischen Sprechzeiten anzurufen, um einen Termin für ein Erstgespräch zu vereinbaren. Ebenso ist es oft möglich eine Rückrufbitte auf dem Anrufbeantworter des Psychotherapeuten zu hinterlassen.

Gegebenenfalls sollte man sich in die Wartelisten eintragen lassen und nach einer verabredeten Zeit erneut anfragen.

Flexibilität der Eltern und Kinder bei der Terminfindung erleichtert die Suche nach einem Therapieplatzes. Bei Dringlichkeit und nach Absprache mit der Schule sind auch Unterrichtsfreistellungen möglich.

 

Wie wähle ich einen Kinderpsychologen aus?

Bei der Auswahl eines Psychotherapeuten ist das wichtigste die sogenannte Passung zwischen dem Kind oder dem Jugendlichen und dem Psychotherapeuten. Gemeint ist damit ob die „Chemie“ zwischen den beiden stimmt oder nicht. Dabei ist eine ausreichend gute Beziehung eine gute Basis für eine Zusammenarbeit. Übersteigerte Erwartungen und als ausgezeichnet empfundene Passung werden oft enttäuscht.

Neben dem persönlichen Eindruck empfiehlt es sich, den fachlichen Hintergrund des Kinder- und Jugendlichentherapeuten genauer zu betrachten. Hierbei ist besonders die Vorerfahrung in sozialen, pädagogischen, psychiatrischen sowie kinder-und jugendtherapeutischen Arbeitsfeldern ausschlaggebend. Eine möglichst breit angelegte Grundausbildung und andere berufliche Erfahrungen sind ebenfalls von Vorteil.

 

Kinderpsychologie: Studium, Wissenschaft und Themen

Die Kinderpsychologie ist ein Teilbereich der Entwicklungspsychologie und gehört damit zum Fach Psychologie. Ihr Gegenstand ist die Erforschung von altersbezogenen Veränderungen im menschlichen Erleben und Verhalten – also dem Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Dabei beginnt sie bereits im Mutterleib (Pränatale Entwicklung) und geht über die frühe, mittlere und späte Kindheit bis hin zur Pubertät bzw. der Adoleszenz.

 

Kinderpsychologie studieren?
Studium an Universtaet Fernuni Hochschule zum MA Diplom Psychologe in Kinderpsychologie Kinderpsychologestudieren

Wer Kinderpsychologie studieren will und sich wissenschaftlich mit Kindern und deren Entwicklung auseinandersetzen möchte muss das Fach Psychologie an einer Universität oder Hochschule studieren. Mit einer entsprechenden Fächerauswahl und Schwerpunktsetzung im Studium ist dies durchaus möglich. Hier gilt es jedoch vorab sich vorab über die Ausrichtung der jeweiligen Universität oder Hochschule zu informieren. Das Curriculum und die Forschungsschwerpunkte der Lehrbeauftragten unterscheiden sich zwischen den Hochschulen. Bei Interesse an dem Fachgebiet sollte in Vorfeld eine informierte Entscheidung für einen geeigneten Studienort und eine entsprechende Hochschule gewählt werden.

 

Kein Abschluss zum Fachpsychologe für Kinder, Kindesentwicklung o.ä. in Deutschland

In Deutschland gibt es keinen akademischen Abschluss zum Kinderpsychologen oder Fachpsychologen für Kinder, der Kindesentwicklung und dergleichen. Auch hier sollte man sich nicht täuschen lassen auch wenn Werbeangebote einiger Fernuniversitäten oder TUs im Internet kursieren! Das Master Studium der Kinderpsychologie gibt es leider nicht. Man beachte hier unbedingt das Kleingedruckte und die strengen Kriterien des Psychotherapeutengesetzes zum Zugang.

 

Fachpsychologe für Kinder- und Jugendpsychologie in der Schweiz

Die Begriffe und Systeme aus Schweiz sind mit dem Ausbildungs- und Gesundheitssystem in Deutschland nur schwer vergleichbar. Dennoch soll hier der Vollständigkeit halber darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Schweizerische Vereinigung für Kinder- und Jugendpsychologie (SKJP) [4] eine Weiterbildung zur Erlangung des Fachtitels „Fachpsychologe für Kinder- und Jugendpsychologie (FSP) anbietet.

Ähnlich wie in Deutschland ist eine Voraussetzung für die Weiterbildung ist ein abgeschlossenes Studium in Psychologie (Lizentiat, Master) sowie eine praktische Tätigkeit in der Kinder- und Jugendpsychologie. Die Weiterbildung umfasst mindestens 700 Stunden und dauert mindestens drei bis vier Jahre und kommt damit bei weitem nicht an die Standards der deutschen Psychotherapeuten heran. Zudem werden absolvierte Lehrgänge der Universitäten Basel und Zürich werden ebenfalls anerkannt und können angerechnet werden.

 

Kinderpsychologie als Beitrag zur Psychotherapie

Seit langem orientieren sich Psychotherapeuten, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, nicht mehr an ihren Behandlungsverfahren allein. Längs liegt eine Unzahl an Studien und Befunden zu wesentlichen Entwicklungsbereichen von Kindern und Jugendlichen vor. Folgende Bereiche können unterschieden werden, um einen systematischen Überblick zu erhalten:

  • Körperliche Entwicklung
  • Entwicklung von Sensorik (Wahrnehmung) und Motorik
  • Kognitive Entwicklung
  • Emotionale Entwicklung
  • Sprachentwicklung
  • Selbstkonzept
  • Geschlechterrolle
  • Moralische Entwicklung
  • Soziale Entwicklung

Es gibt viele theoretische Perspektiven und wissenschaftliche Ansätze, welche versuchen menschliche Entwicklung zu erklären und verstehbar zu machen. Wie unterschiedlich diese sein können zeigt die folgende Liste, um nur einige wichtige zu nennen:

  • Albert Bandura: Theorie des Sozialen Lernens
  • Sigmund Freud: Phasen der psychosexuellen Entwicklung und das Instanzenmodell
  • Kurt Lewin: Theorie von der Differenzierung und Integration des individuellen Lebensraums
  • Jane Loevinger: Stufenmodell der Ich-Entwicklung zur Bedeutungskonstruktion.
  • Jean Piaget: Stufenmodell
  • Lew Wygotski: Sozialer Kontextualismus (und die Kulturelle Entwicklungstheorie von Michael Cole)
  • Urie Bronfenbrenner: Ökosystemische Ansatz

Obwohl diese Theorien und Ansätze durchaus ernst zu nehmend sind und theoretisch wie praktisch ihre Anwendung finden, gibt es bislang kein eigenständiges universitäres Studium zum Kinderpsychologen. Wie schon erwähnt, gibt es ebenso wenig einen akademischen Abschluss in Kinderpsychologie. Aber Psychologen können sich in der Forschung speziell mit Kindern und deren Entwicklung beschäftigen oder in verschiedenen Anwendungskontexten schwerpunktmäßig mit Kindern arbeiten.

Letzteres ist als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut möglich, indem psychisch oder psychosomatisch erkrankte Kinder behandelt werden. Doch dann sind dies psychotherapeutisch tätige Psychologen, die wie auch Pädagogen und Ärzte, die über auf dem Studium aufbauende fachkundliche psychotherapeutische Weiterbildungen verfügen.

 

Psychologische Pionierarbeit der Psychoanalyse

So umstritten heute Siegmund Freud auch sein mag und so überholt einige seiner damaligen Erkenntnisse aus heutiger Sicht sein mögen, er war der wichtigsten Wegbereiter der Psychotherapie. Freund setzte damals, wie auch heut die Tiefenpsychologie und Psychoanalyse, auf entwicklungspsychologische Aspekte und mögliche Fehlentwicklungen als Ursache von Erkrankungen.

In den Fokus setzte er die Sexualentwicklung und verwies auf den Ödipuskomplex, den Elektrakomplex und ein umfangreiches Strukturmodell der Psyche, welches bis heute Gültigkeit besitzt. Freud machte die Existenz des Unbewussten und die Abhängigkeit von elterlichen Einflüssen populär.

Seine Tochter Anna Freud leistete Pionierarbeit auf dem Gebiet der psychoanalytischen Behandlung von Kindern. Eine psychotherapeutische Behandlung von Kindern hatte es bis dahin nicht gegeben. Anna Freud legte damit den entscheidenden Grundstein für die heutige Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.

In den 1930er und 1940er Jahren wurde von Psychoanalytikern die Objektbeziehungstheorie entwickelt. Sie untersucht die Interaktionen des Individuums mit realen und imaginären Personen und die Beziehungen, die Menschen zwischen ihren äußeren und inneren Objekten erleben. Die Bedeutung einer verlässlichen sozialen Beziehung zu einer Bezugsperson war wurde damit Gegenstand vieler Forschungsarbeiten.

In Untersuchungen wurde bereits 1935 von René Spitz Zusammenhänge zwischen Störungen in der frühen Mutter-Kind-Beziehung und schweren Erkrankungen des Säuglings aufgedeckt.

Eine andere tiefenpsychologische Richtung befasste sich mit sozialen Einflüssen auf das Verhalten und die Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Dies begann mit der Individualpsychologie von Alfred Adler und setzte sich später in der Neopsychoanalyse fort. Es wurden soziale und kulturelle Einflüsse als bedeutend für das Verhaltens und die kindliche Entwicklung betrachtet.

Und auch heute reißt die lange Tradition der Tiefenpsychologie und Psychoanalyse nicht ab. Aktuell sind heute die Bindungstheorie der Bindungstypen nach Bowlby oder Mentalisierungskonzepte nach Fonagy. Sie bilden wichtige Beiträge, denen sich selbst Verhaltenstherapeuten nicht mehr verschließen können.

 

Anwendung kinderpsychologischer Erkenntnisse und Themen

Die Ergebnisse der Kinderpsychologie finden nicht nur den Eingang in die Psychotherapie. Längst sind sie Bestandteil von Elterninformation und Beratung von Eltern. Genauso haben sie in der Ausbildung von Erziehern und Lehrkräften ihren festen Platz. Kinderpsychologische Erkenntnisse werden auch zur optimalen Gestaltung einer förderlichen und anregungsreichen Umgebung im Alltag, im klinischen Bereich, in der Heimerziehung oder im Schulbereich genutzt. Ebenso kann aufgrund kinderpsychologischer Erkenntnisse zu wichtigen Themen Bezug genommen werden: Sprachenwicklung, kindliche Aggressionen, Geschlechterrollen und Geschlechtsidentität usw.. Dabei gibt es einen fließenden Übergang zur klinischen Kinderpsychologie und der Erforschung über die Entstehung psychischer Störungen im Kindesalter.

 

 

Verweise

Hilfreiche Links und wichtige Adressen für Eltern und Patienten

Berufsordnung der Landeskammer für Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten Hessen

 

Quellen

  1. Psychotherapeutengesetz (PsychThG)
  1. Landeskammer für Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten Hessen: „Information zum Patientenrechtegesetz“
  1. Ausschuss Beschwerde und Schlichtung der Landeskammer für Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten Hessen
  1. Landespsychotherapeutenkammer Baden – Württemberg: Wege zur Psychotherapie. Landespsychotherapeutenkammer Baden- Württemberg.
  2. Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters. Fegert, Eggers, ReschSpringer (2012)
  3. Warnke A., Lehmkuhl G. (2011). Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Deutschland. Die Versorgung von psychisch kranken Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. Schattauer Verlag, Stuttgart

Wichtige Literatur zur Kinderpsychologie und Kindesentwicklung:

Erik H. Erikson

Jugend und Krise. Die Psychodynamik im sozialen Wandel. Klett. 1974

Der vollständige Lebenszyklus; Frankfurt a. M. 1988; 2. Aufl. 1992

Identität und Lebenszyklus. Drei Aufsätze; Frankfurt a. M. 1966; 2. Aufl. 1973

Kindheit und Gesellschaft; Zürich 1957

Anna Freud

Die Schriften der Anna Freud; Kriegskinder; Berichte aus den Kriegskinderheimen » Hampstead Nurseries « (1939-1945), FISCHER Taschenbuch ISBN: 978-3-596-26812-2

Die Schriften der Anna Freud; Indikationsstellung in der Kinderanalyse und andere Schriften (1945-1956), FISCHER Taschenbuch ISBN: 978-3-596-26814-6

Die Schriften der Anna Freud; Anwendung psychoanalytischen Wissens auf die Kindererziehung und andere Schriften (1956-1965), FISCHER Taschenbuch ISBN: 978-3-596-26817-7

Die Schriften der Anna Freud; Psychoanalytische Beiträge zur normalen Kinderentwicklung (1971-1980), FISCHER Taschenbuch ISBN: 978-3-596-26820-7

Die Schriften der Anna Freud; Anstaltskinder; Berichte aus den Kriegskinderheimen » Hampstead Nurseries « (1939-1945), FISCHER Taschenbuch ISBN: 978-3-596-26813-9

Die Schriften der Anna Freud; Psychoanalyse und Erziehung und andere Schriften (1945-1956), FISCHER Taschenbuch ISBN: 978-3-596-26815-3

Die Schriften der Anna Freud; Probleme der psychoanalytischen Ausbildung, der Diagnose und der therapeutischen Technik (1966-1970), FISCHER Taschenbuch; ISBN: 978-3-596-26819-1

Die Schriften der Anna Freud; Forschungsergebnisse aus der » Hampstead Child-Therapy Clinic « und andere Schriften (1956-1965); FISCHER Taschenbuch; ISBN: 978-3-596-26816-0

Reiter, L. (1997)

Von der Familientherapie zur systemischen Perspektive. Springer Verlag, Heidelberg

Rotthaus, W. [Hrsg.]

Systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Carl-Auer, Heidelberg (2013)

Petermann, F.

Grundbegriffe und Trends der Klinische Kinderpsychologie und Kinderpsychotherapie. In: Petermann F (Hrsg) Lehrbuch der Klinischen Kinderpsychologie und Psychotherapie. Hogrefe, Göttingen (2002)

Schmidtchen, S.

Indikation zur Spieltherapie. In Bencken J (Hrsg) Kinderspieltherapie. Kohlhammer, Stuttgart (1982)

 
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